Apr 192009
 

Thinkphase 1:

Rolf Schulmeister – Lernen im virtuellen Raum – Was kommt nach dem e-learning-Hype?

Quelle: wikipedia

Meine Mitgeschnipsel:

Mit Zunahme von Twitter wurde ein Nachlassen von Blog-Aktivitäten festgestellt. Und man vermutet hier einen Zusammenhang, versieht das Ganze dann mit Begriffen wie Microblogging (und in Bezug auf das Lernen mit: Microlearning, Nanolearning, Rapid eLearning). Aus eigener Erfahrung kann ich das nicht bestätigen, stelle aber fest, dass Twitter einerseits viel Zeit kostet und ich nur mit ziemlich viel Kraftaufwendung für die Selbstbeherrschung dem Ganzen Herr werde, dennoch aber das Twittern mich auch weiterbringt, da mich auf sehr kurzem Wege schnell und fokussiert – und zwar, dank Selbstorganisation, themenbezogene – Informationen erreichen.

Der Faktor Zeit scheint beim Umgang mit dem neuen Medium eh eine der größten Rollen zu spielen. Unsere Generation hat nicht gelernt, in diesem Bereich effektiv zu arbeiten (wie auch, und von wem), andererseits soll unsere Generation die nachfolgende dazu befähigen, genau dies zu können. (Und natürlich betrifft das nicht nur den Faktor Zeit, sondern auch Fragen der Offenheit/Privatheit etc. )

Schulmeister weiter: personal learning environments (PLEs) seien für kooperatives Lernen nicht geeignet, da ihnen eine hohe Personalisierungskomponente innewohnt. Er schließt daraus, dass in PLEs immer auch eine Reflexion ermöglicht werden muss. Nun gut, ich gehe ja eigentlich davon aus – unabhängig von den eingesetzten Medien – dass eine Reflexion des eigenen Tuns bzw. des eigenen Lernzuwachses der/des Lernenden (und eigentlich auch eine Reflexion der/des Lehrenden) immer stattfinden muss. Insofern würde ich mich dem nicht anschließen. Allerdings sehe ich, dass die große Individualisierungsmöglichkeit, von der im Zusammenhang mit PLEs immer geschwärmt wird, natürlich hochgradig personalisiert ist, sein muss. Und: Wenn mit PLEs eben nicht nur die Lernplattform sondern die gesamte PLE (auch der nicht-virtuellen Welt) gemeint ist: Welcher Schreibtisch ist nicht hochgradig personalisiert??? Außerdem gibt es doch viele Möglichkeiten, gerade PLEs der digitalen Art so zu gestalten, dass genau kooperativ gelernt werden muss… Wir sind also wieder dort angelangt, was Döbeli in seinem Eingangsvortrag so eindrucksvoll darstellte: Der Computer ist nicht die Lösung. Nicht der Umgang mit ihm, sondern pädagogische Fragen sind zu lösen.

Schulmeiser ging auch diesmal auf die zwei Geschwindigkeiten nach Mizuko Ico ein, die gegeneinander Probleme bereiten: Einerseits die rasante Geschwindigkeit in der Technologieentwicklung, andererseits die Entwicklungsgeschwindigkeit Heranwachsender, die im Vergleich zur ersteren langsamer verläuft.

Weiter. digital litercy bedeutet nicht: wie Geräte benutzt werden, sondern u.a. Informationen selektieren und bewerten zu können. Und auch das dürfte unserer Generation recht schwerfallen. Natürlich beherrschen wir das (oder sollten es zumindest) recht gut in Bezug auf Printmedien (wobei: Wie steht es mit den BILD-Zeitung lesenden LehrerInnen? Ob diese immer auch solche „Informationen“ klug bewerten…?). Aber in Bezug auf die Informationsflut, die mit dem Internet zusammenhängt, kommen auch wir nicht immer gut zurecht. Oder wie ist das mit dem Unterrichtsmaterial aus dem Netz, welches unverändert als Grundlage für den eigenen Unterricht herhalten muss (auch wenn: die Aufgaben oder Informaionen unzureichend oder gar fehlerhaft sind, Schriftarten nicht dem Bundesland entsprechen, Inhalte nicht mit den eigenen Zielen übereinstimmen, …)?

Interessante Randbemerkung in der nachfolgenden Pause: Ein Kollege von Motte e.V. berichtete, dass Kinder aus „bildungsfernen“ Elternhäusern häufig den (handwerklichen) Umgang mit Neuen Medien und entsprechenden Endgeräten besser beherrschen als Kinder „bildungsnaher“ Elternhäuser – denn die neusten und besten Endgeräte sind bei Kindern „bildungsferner“ Elternhäuser ein starkes Statussymbol, und in diesen Elternhäusern ist häufig ein unkontrollierter Zugang zum Web möglich. Natürlich ist das nicht mit Medienkompetenz gleichzusetzen – aber immerhin sollte das bei allem Reden über Medienkompetenz beachtet werden.

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